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DAS DEUTSCHE WELTDORF DES GELDES: FRANKFURT

Während des Studiums lernte ich einen Freund, der Yusuf heißt, aus der Stadt Corum kennen, die in der Region Mittel-Schwarzmeer der Türkei liegt. Nachdem er sein Studium abgeschlossen hatte, ging er nach Deutschland, um den Master zu machen. Nach einem Jahr kam er nach Istanbul, um Urlaub zu machen, und besuchte mich in meiner Wohnung, die im anatolischen Stadtviertel Bulgurlu ist. Ich fragte ihn: In welcher Stadt lebst du in Deutschland? Er antwortete mir: In Frankfurt am Main.

Um einen Sprachkurs für Deutsch zu besuchen, kam ich nach einigen Jahren auch nach Frankfurt am Main, weil ich nach dem Master in Pädagogik in der Türkei ins Ausland gehen wollte. Während des Sprachkursbesuches lernte ich viele Menschen aus verschiedenen Ländern kennen, z.B. aus Südkorea, Brasilien, Amerika, Spanien, Italien etc. Mit manchen von ihnen ging ich ab und zu in ein vietnamesisches Restaurant, um gemeinsam zu essen, zum Picknick, ins Cafè und auf Partys. Manchmal frühstückten wir in der Klasse zusammen. In dieser Zeit merkte ich, dass jeder Mensch ein kultureller Wert für die hessische Großstadt war.

Die deutsche Metropole am Main hat die höchsten Hochhäuser, die meisten Banken und den größten Flughafen Deutschlands. Viele Menschen bezeichnen Frankfurt, das dynamische und internationale Finanz- und Messestadt ist, als die Stadt des Geldes, aber sie ist viel mehr! In der hessischen Weltstadt mischen sich die Kulturen so sehr wie in der Hansestadt Hamburg und der Hauptstadt Berlin. Das Gebiet der Stadt, die wegen der Hochhäuser als Mainhattan genannt wurde, hat etwa 700.000 Einwohner. Jeder vierte Mensch in Frankfurt hat einen Migrationshintergrund mit seinen kulturellen Wurzeln. Darüber hinaus ist die Frankfurter Buchmesse, die seit dem 15. Jahrhundert stattfindet, die größte Buchmesse der Welt als  bedeutendes interkulturelles Ereignis.

Wegen der schwarzgrauen Regenwolken gibt es natürlich viele Klischees über Frankfurt: Es ist eine kalte und langweilige Stadt. Ich kann das aber nicht akzeptieren, weil die Stadt Frankfurt eine sehr gemütliche und interkulturelle Stadt ist, in der die Einheimischen und die Ausländer tatsachlich gut zusammen leben können. Als ein unverbesserlicher Reisesüchtiger kann ich den Touristen einige Sehenswürdigkeiten in Frankfurt empfehlen: Der Römer mit der charakteristischen Treppengiebelfassade ist seit über 600 Jahren das Frankfurter Rathaus. Der Römerberg, der der Rathausplatz von Frankfurt am Main ist, befindet sich im Zentrum der Altstadt. Der Kaiserdom ist der größte Sakralbau der hessischen Stadt und eine ehemalige Stiftskirche. Statt einer mittelalterlichen Barfüßerkirche wurde die Paulskirche von 1789 bis 1833 erbaut und diente bis 1944 als evangelische Hauptkirche Frankfurts. Die 1944 komplett zerstörte Kirche wird seit 1948 als Ort der Erinnerung an den Beginn der Demokratie in Deutschland benutzt.

Der Frankfurter Airport ist der größte deutsche Verkehrsflughafen und nach dem Passagieraufkommen der drittgrößte Flughafen in Europa. Im Palmengarten, der mitten in Frankfurt liegt, können die Besucher die faszinierende Vielfalt der botanischen Welt erkunden. Seit der Wiedereröffnung am 28. August 1981 hat die Alte Oper einen festen Platz für Kongresse, Gala-Abende und städtisches und internationales Musikleben. Für Kunstfreunde ist das Frankfurter Museumsufer mit seinem einzigartigen Kulturangebot einer der bedeutendsten Standorte in Deutschland und Europa. Der Frankfurter Stadtteil Höchst hat insbesondere in seiner Altstadt eine ganze Reihe historischer Bauwerke, die Zeugen einer langen Geschichte der bis 1928 unabhängigen Stadt Höchst sind. Der Frankfurter Hauptbahnhof, der 1888 eröffnet wurde, ist einer der größten Bahnhöfe in Deutschland. Mit ca. 350.000 Reisenden und Besuchern täglich ist er nach dem Hamburger Hauptbahnhof und dem Münchner Hauptbahnhof der drittgrößte Personenbahnhof in Deutschland.

Kanat - 21.03.2014

WANTED: EIN THRONFOLGER FÜR DIE ZUKUNFT VON ACHSIVLAND

                                              
Ich möchte Ihnen eine Frage stellen, aber sie gehört nicht zu der Fernsehsendung „Wer wird Millionär?“ von Günther Jauch. Deshalb machen Sie sich bitte keine Sorgen darum: Wer flog 2013 zum ersten Mal nach Israel? Der amerikanische Präsident Barack Hussein Obama, der türkische Minister Recep Tayyip Erdogan, der venezolanische Präsident Hugo Rafael Chávez Frías oder der unverbesserliche reisesüchtige Bürger aus „Poskofcity“ Ömer Kanat? Für die Antwort haben Sie nach der fünfminütigen Werbung nur 60 Sekunden. Hoffentlich haben Sie dafür Geduld!

Vor 15 Minuten sagte ich auf dem Flur zu meiner Chefin, dass ich die letzte Aufgabe fertig machte. Sie kam ins Büro, wo ich arbeitete. Sie stand mir gegenüber und hielt in ihrer rechten Hand das Exemplar des Magazins Merian mit dem Titel „Israel – Gelobtes Land“, um mir eine neue Aufgabe zu geben. Nach ihrer intensiven Erklärung über meine neue Aufgabe war ich nun nicht mehr im Büro, sondern wie im Krieg zwischen Israel und Palästina, weil die vorhandenen Orte aus Israel auf Hebräisch, Englisch, Deutsch und Arabisch angelegt sind. Ich als eine Person, die kaum Hebräisch kann, musste sie nach einem bestimmten Standard noch einmal aktualisieren und die neuen Orte anlegen. Mit der totalschwierigen Beschäftigung startete meine visuelle Reise nach Israel. Aufgrund der oben genannten unterschiedlichen Sprachen war das für mich gleichzeitig ein Albtraum, der auch etwas Gutes hatte. Zum Glück gibt es bei allen Beschäftigungen etwas Interessantes für Menschen: Republik Achsivland!

Ist es eine Utopie oder eine Fantasie von manchen Menschen? Sie sagen zu anderen Menschen: Der Staat bin Ich! Keine Sorge, keiner von ihnen ist „Godfather“! Sie beschäftigen sich nicht mit mafiösen Machenschaften, aber behaupten, dass sie ein eigenes freies Land bekommen. Und zusätzlich stellen die Experten diese Länder als mikronationales Land dar. Kein internationales Land kennt diese Länder aber offiziell! Jedoch pfeifen auch die Könige dieser Länder darauf! 

Nahe der libanesischen Grenze liegt der kleinste Freistaat der Welt: Hier hat der ehemalige Untergrundkämpfer Eli Avivi 1970 seine eigene Republik ausgerufen, die aus einem für 99 Jahre gepachteten Stückchen Land und seinem Haus besteht. Diese kunterbunte Villa beherbergt ein kleines Museum mit antiken Funden und viel Nippes. Wer in dieses Land einreisen will, bekommt einen Stempel in den Reisepass für die Erinnerung an die Republik Achsivland.

In diesem Mikro-Staat leben nur zwei Einwohner: Eli Avivi, ca. 84 Jahre alt, und seine Ehefrau Rina. Sie haben vier Hunde und ungefähr zehn Katzen. Der alte Mann, der im Iran geboren ist, baute 1952 sein Haus ohne Genehmigung. Die israelischen Behörden hatten vor, das Königreich von Achsivland abzuschaffen, aber sie hatten keinen Erfolg. Dagegen lebt der zufriedene König Avivi seit über 60 Jahren an diesem Ort. Die Israelis lieben diesen alten Mann, den Hunderte von Touristen, Künstlern, Musikern und Journalisten jährlich besuchen.

Der alte König denkt nicht an die Zukunft seines Mikrolandes, aber wenn er stirbt, kann sein schönes und kleines Land untergehen. Deshalb braucht die Republik Achsivland einen Thronfolger für ihre Zukunft. Wer König werden will, kann ein Last-Minute-Ticket nach Jerusalem buchen, um dem alten König seine Bewerbung abzugeben.

Im Büro im Hamburger Stadtviertel Winterhude habe ich die visuelle Reise nach Israel rechtzeitig beendet. Jetzt können Sie mir eine einfache Antwort auf die witzige Frage geben: Wer flog 2013 zum ersten Mal nach Israel? Der amerikanische Präsident Barack Hussein Obama, der türkische Minister Recep Tayyip Erdogan, der venezolanische Präsident Hugo Rafael Chávez Frías oder der unverbesserliche reisesüchtige Bürger aus „Poskofcity“ Ömer Kanat?

 Kanat – 25.02.2014

* Quelle mancher Bilder: www.welt.de

KAMPF GEGEN LOBBYKRÄFTE - ZAUBERER DER LEBENSMITTELINDUSTRIE

Mit einer langen Liste für den wöchentlichen Einkauf Ihrer Familie gehen Sie am Samstag in einen ganz beliebten Supermarkt in Ihrem Stadtviertel. Beim Einkauf verrät ein Lebensmittel-Scanner am Einkaufswagen die ganze Wahrheit über die Zutaten mancher Produkte, welche Sie kaufen wollen. Auf jeden Fall stellen Sie Ihnen zunächst einigen Fragen: Gibt es im Brot genmanipuliertes Getreide? Wie viel Dünger steckt in der Erdbeerkonfitüre? Wie hält sich die Milch in einer ungeöffneten Packung ca. vier Monaten lang? Unter welchen Bedingungen werden die Produkte produziert? Was wissen wir eigentlich wirklich über die Lebensmittel, die wir täglich essen? Nach diesem Brainstorming von spontanen und ungelösten Fragen müssen Sie aber eine Entscheidung treffen: Kaufen oder nicht kaufen, essen oder nicht essen, trinken oder nicht trinken und wissen oder lieber nicht wissen.

Aufgrund der Globalisierung spielt der Verbraucherschutz heute weltweit eine zentrale politische, wirtschaftliche und soziale Rolle. Deshalb haben die Verbraucherschutzorgani-sationen besonders seit den letzten zehn Jahren auf dem Markt in jedem Land eine wichtige Verantwortung für die Vertretung der Interessen von Verbrauchern gegenüber der Politik und der Wirtschaft. Für diese Organisationen sind die Verbraucherberatung und die Sicherheit/Qualität von Produkten und Dienstleistungen ein zentrales Thema. In Deutschland wurde der Verbraucherzentrale-Bundesverband als eine Dachorganisation 2000 in Berlin gegründet. Dieser deutsche Verband, eingebunden  mit der „European Consumers Organisation“ in Brüssel international, hat 41 Verbraucherverbände und 16 Verbraucherzentralen. Neben diesem Dachverband gibt es in Deutschland zahlreiche gemeinnützige Organisationen und Stiftungen für den Verbraucherschutz.

Eine von ihnen ist Foodwatch e.V., die vom ehemaligen Greenpeace-Geschäftsführer Thilo Bode im Oktober 2002 in Berlin gegründet wurde. Foodwatch hat sich die Beratung und die Information von Verbrauchern auf dem Markt der Agrar- und Lebensmittelproduktion, des Handels und des Absatzes von Verbrauchsgütern sowie der Bereitstellung von Dienstleistungen zur Aufgabe gemacht. Diese nationale Organisation, die als „Anwalt der Verbraucher“ beschrieben wird, die im Lebensmittelmarkt  weitgehend rechtlos sind, kämpft seit über zehn Jahren für bessere Lebensmittel und gesundes Essen. Für die Organisation Foodwatch, die auf ihre Unabhängigkeit großen Wert legt und somit kein staatliches Geld nimmt, sind  finanzielle Unterstützung und  bürgerliche Stimmen der Fördermitglieder sehr wichtig.

Diese  Organisation  führt mit einem festen Team aus zwölf Mitarbeiter/innen viele Kampagnen, die durch verschiedene Publikationen und sowohl öffentlichen als auch politischen Lobbyismus auf  effektive und effiziente Arbeit abzielen. Dadurch positioniert sich diese Organisation ganz demokratisch gegenüber den  Zauberern der Nahrungsmittelindustrie. Foodwatch-Experten deckten 2006 eine faustdicke Lügengeschichte in der Werbung von McDonald’s auf. Danach veränderte McDonald’s seinen Slogan auf „natürliche Backmittel“. Aufgrund der möglicherweise krebserregenden Substanz „Acrylamid“ unterzieht Foodwatch regelmäßig Kartoffelchips und Weihnachtsgebäck einer Analyse. Sie vergibt seit 2009 den Negativpreis „Goldener Windbeutel“ für die dreisteste Werbelüge des Jahres. Damit zeigt Foodwatch Menschen den Unterschied zwischen beworbenen Qualitätsversprechen und den wirklichen Eigenschaften von Lebensmitteln.

Die Bundesministerin Ilse Aigner (CSU), die seit dem Oktober 2008 für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz verantwortlich ist, kritisierte den Geschäftsführer Thilo Bode: „Er lebe von der Skandalisierung, um möglichst viele Mitglieder und Spendengelder zu gewinnen.“ Trotz solcher scharfen und harten Kritik, mit der aus dem „öffentlichen Ozean in das persönliche Waschbecken gesprungen wird“, bezieht Foodwatch gegen die politischen Aktionen von Frau Aigner in Stellung. Siehe letzte Reaktion von Foodwatch: „Aigner bringt McDonald’s in die Schule – McDonald’s & Co. Raus aus der Schule!“

Im öffentlichen Kampf für die Gesundheit und die richtige Ernährung der Kinder und Erwachsenen sagt niemand „NEIN“ für eine Unterstützung: 

Kanat – 21.03.2013

VOM PERSÖNLICHEN ALBTRAUM ZUM WELTWEIT BEKANNTEN MEISTERWERK: DIE SELİMİYE-CAMİİ


Die Idee zur „Selimiye Camii“ (Selimiye-Moschee) lastete wie ein Albtraum auf dem berühmten Architekten „Mimar Sinan“, zu dem ausländische Architekten gesagt hatten: „Es gibt im ganzen Osmanischen Reich kein Meisterwerk mit einer derart großen Kuppel wie derjenigen der Hagia Sophia. Die Osmanen können kein solches Meisterwerk erbauen.“ Mimar Sinan, der vom Christentum zum Islam konvertierte Osmane mit byzantinischer Herkunft, versprach ihnen: „Ich werde ein prächtigeres Gebäude als die Hagia Sophia bauen.“ Zwischen 1569 und 1575 errichtete er in Edirne, der zweiten Hauptstadt des Osmanischen Reiches, mit Hilfe von 400 Gesellen und 14.000 Arbeitern die Selimiye-Moschee, die von Sultan Selim II. in Auftrag gegeben worden war. Der Legende nach  soll der alte Sinan nach der Beendigung der Bauarbeiten gesagt haben: „Mit diesem Gebäude habe ich der Hagia Sophia ein zusätzliches Stockwerk geschenkt!“ – während der Regierungszeit von Sultan Murat III. renovierte er auch die Hagia Sophia. Von ausländischen und einheimischen Architekten wurde die „Selimiye Camii“ als eine der größten Meisterwerke der islamischen Architektur beschrieben.

In einer Nacht im September 2002 kam ich nach einer verrückten Zugfahrt zum ersten Mal nach Edirne. Am Morgen besuchte ich die Selimiye-Moschee. Man kann durch neun Tore ihre Höfe und durch drei Tore ihren Innenraum betreten. Für eine genauere Betrachtung des sehr hellen und großen Innenraums stellte ich mich unter die achteckige Zentralkuppel, die mit besonderen Ornamenten und Kalligraphien versehen wurde und um sechs Ellen breiter und vier Ellen höher als jene der Hagia Sophia ist. Die Kuppel mit einem Durchmesser von 31,5 Metern wird von acht großen Säulen getragen, und ihre vom Boden aus gemessener Höhe ist mit circa 43,3 Metern angegeben.

Die Kanzel der Moschee verfügt über eine beispiellose Verarbeitung des Marmors. Die Mauern um die „Mihrap“ (Gebetsnische), die Loge für  den Sultan und die oberen Teile der Fenster im unteren Stockwerk wurden mit feinen islamischen Fayencen verziert. In der Mitte der Halle steht ein wunderschöner geschlossener Brunnen. Unter der Kuppel befindet sich die „Müezzin-Mahfili“ (Müezzin-Loge), ein Beispiel schöner Holzkunst. An der Ecke eines Marmors im Nordosten der Loge findet man ein Tulpen-Motiv, das eine umgekehrte Tulpe dargestellt. Einer Legende nach befand sich hier vor dem Bau der Moschee ein Blumengarten. Zunächst hatte der Besitzer seinen Garten nicht verkaufen wollen. Am Ende konnte er jedoch überzeugt werden. Sein Trotz wurde von einem Gesellen mit dem umgekehrten Tulpen-Motiv symbolisiert.

Die Selimiye-Moschee hat vier Minarette mit jeweils drei Rundgängen, zu denen man durch drei getrennte Treppenaufgänge gelangen kann. Bereits aus weiter Entfernung sieht man die sich 71 Meter hoch erhebenden Minarette, die jeweils an den Ecken der quadratischen Plattform stehen, auf der sich die Moschee erstreckt. Im Zentrum des Hofes steht ein 16-eckiger Reinigungsbrunnen mit feinen durchbrochenen Meißelarbeiten.

Die „Selimiye Camii“ ist die größte osmanische Moschee und macht den Ausflug nach Edirne allemal lohnenswert. Vergessen Sie nicht: Sie ist ein glanzvolles und hervorragendes Werk von Mimar Sinan, der mit der „Selimiye Camii“  seinen persönlichen Albtraum in ein weltweit bekanntes Meisterwerk verwandelte.  

Kanat – 26.02.2013

DAS LAND VON UNAUFHÖRLICHEN KRIEGEN


Seit dem 18. Jahrhundert fliegen Vögel am Himmel und über die Berge eines Landes, das noch nicht über dem Berg ist. Sie sind die zahlreichen Zeugen der leblosen Körper von Menschen auf Feldern, die während der nationalen und internationalen Kriege totgeschlagen wurden. Wegen seines traurigen und tragischen Schicksals weinen die Flüsse dieses Landes seit vielen Jahren bitterlich und laut um Menschen, die ihre Heimat verlassen mussten oder in diesem Weltteil vergraben wurden. Aufgrund seiner historischen und strategischen Bedeutung läuft für dieses Land der Speichel der entwickelten Staaten und mancher Nachbarländer aus dem Mund. Dieser kriegszerrüttete Staat, der im Herzen Südasiens und an den Grenzen von Turkmenistan, Usbekistan, Tadschikistan, Pakistan, Iran und der Volksrepublik China liegt, lautet Afghanistan.

Im 18. und 19. Jahrhundert  gab es in Afghanistan innere Streitigkeiten unter den ethnischen Gruppen z.B. zwischen Paschtunen und Hazara, nationale Kämpfe zwischen Paschtunen und Safawiden in Persien. Aufgrund der russischen und britischen Kolonialinteressen begann leider „The Great Game“ im 19. Jahrhundert im Herzen Südasiens, wo drei Anglo-Afghanische-Kriege bis zum Jahr 1919 geführten wurden. Trotz der Anerkennung Afghanistans als ein unabhängiger Staat durch Großbritannien waren in diesem Land die Wasser nicht still, weil im Dezember 1979 die sowjetischen Truppen Afghanistan besetzten. Bis zum Abzug der sowjetischen Truppen 1989 entwickelte sich der Bürgerkrieg zwischen unterschiedlichen ethnischen und religiösen Gruppen, die von Großmächte unterstützt worden sind.

Aufgrund der terroristischen Anschläge in den USA am 11. September 2001 wurde Afghanistan von Amerika mit Hilfe der internationalen Truppen noch mal besetzt, weil die Mitglieder der Al-Qaida nach der Behauptung der damaligen amerikanischen Regierung  im afghanischen Weltteil waren. Viele Menschen wissen nicht, ob diese amerikanische Behauptung richtig oder falsch ist, aber es ist eine Realität, dass „The Great Game“ als die Quelle von großen und unaufhörlichen Kriegen, die das Leben von Menschen kaputt machen, in Afghanistan noch immer gespielt wird.

Aus diesem Grund beeinflusste mich vielleicht das Werk „Drachenläufer“ von dem afghanischen Schriftsteller Khaled Hosseini, der seit ca. 20 Jahren in den USA lebt. Mit einem rituellen Wettbewerb zum Drachensteigen verbündeten zwei Jungen eine enge Freundschaft, weil der junge Drachenläufer Hassan seinem besten Freund Amir sagte: Für dich, tausendmal! Deshalb möchte ich gerne sagen: Wenn jemand für Afghanistan nur einmal einen festen und richtigen Frieden mitbringen könnte, um die unaufhörlichen Kriege zu beenden, würden alle Menschen, die überall Frieden wollen, wie Hassans Vater singen: 
 „Ich stand auf einem hohen Berg
Und rief den Namen Alis, des Löwen Gottes.
Oh Ali, Löwe Gottes, König der Menschen,
Bring Freude in unsere traurigen Herzen.“

Kanat - 21.01.2013

DIE RANDGRUPPE DER GESELLSCHAFTLICHEN SYSTEME*


Auf der idyllischen aber gottverlassenen Halbinsel 
„Hahnöfersand“ außerhalb der Stadt Hamburg liegt ein, von der Gesellschaft isoliertes, Haus mit vergitterten Fenstern für junge Täter. Sie sind Prügler und Räuber, Totschläger und Mörder aus unterschiedlichen Nationalitäten in Deutschland, im Alter von 16 bis 22 Jahren. Die jungen Opfer, deren Biografien sich decken, ziehen ihre Lebensmotivation aus ähnlichen Quellen: Poster von Rappern, Sportlern und spärlich bekleideten Mädchen.

Die Eltern dieser jungen Menschen kommen nicht aus den Stadtteilen von reichen/gut gebildeten Einwohnern z.B. „Rissen, Alsterdorf, Blankenese oder Wedel“, sondern meistens aus den Wohnorten von armen/nicht gut gebildeten Bewohnern z.B. „Harburg, Wilhelmsburg oder Billstedt“.  Sehr oft brachen ihre Väter und Mütter die Ehe früh ab oder investierten in den Traum des sozialen Aufstiegs zu viel berufliche Mühe. Leider schloss keines, der an die Straße verlorenen Kinder, ohne familiäre Unterstützung seinen Schulabschluss erfolgreich ab. Deshalb sind diese Menschen die Randgruppe des Systems zwischen Familie und Schule.

Zum Glück dürfen sie in diesem Haus, in dem sie bleiben müssen, Fernsehsendungen gucken oder mit dem CD-Spieler Musik hören. Jedoch lautet hier die Definition von Freiheit: „Eigene Wäsche selbst waschen zu können“. Ab und zu knüpfen sie Kontakt zu ehrenamtlich arbeitenden Menschen, die ins Gefängnis kommen, um mit ihnen etwas Leckeres zu kochen. Unter der Aufsicht eines Sportlehrers spielen Mörder manchmal gegen Totschläger Fußball, ohne dabei einen Schiedsrichter zu brauchen. Die Vollzugsbediensteten spielen als Ansprechpartner eine wichtige Rolle, um den jungen Opfern bei ihrem harten Leben in Haft zu helfen. Die Therapie von Experten ermöglicht ihnen auch psychologische Unterstützung. Trotz allem glauben/empfinden viele von Ihnen, die keine gute Beziehung/Kommunikation mit ihren Familien/Freundeskreisen haben, dass der Knast eine harte Schule der Erziehung ist.

Wenn einige von ihnen die kriminelle Knastkarriere erfolgreich beenden könnten, hätten sie vor, draußen eine Wohnung, einen Ausbildungsplatz und eine Arbeitsstelle zu bekommen. Jedoch wissen sie auch nicht, ob sie solche persönlichen Ziele erreichen können. Meiner Meinung nach ist es sehr schwierig, weil sie im Rausch ihr Glück suchten, im Konsum ihre Zuflucht fanden und am Ende eine Knastkarriere statt der üblichen Schulkarriere machten. Viele Arbeitgeber können ihnen leider keine Möglichkeit für einen Ausbildungsplatz oder eine Arbeitsstelle bieten, um die Ordnung und die Disziplin in ihren Betrieben nicht zu stören. Deshalb besteht fast keine Hoffnung für das zukünftige Leben dieser jungen Menschen, die zur Randgruppe des Systems zwischen Gesellschaft und Arbeitsmarkt geworden sind.

Fazit
Viele junge Menschen, die in der Familie bzw. Schule große Schwierigkeiten erleben, machen in der Gesellschaft leider zu viele Fehler, um ein schönes und attraktives Leben mit Geld, hübschen Mädchen und teuren Autos zu erreichen. Wenn sie in diesem Prozess ihre Ziele nicht erreichen, finden sie im Konsum – Alkohol, Drogen etc. – Zuflucht. Leider bleibt einigen von ihnen nicht erspart eine harte Knastkarriere statt der einfachen Schulkarriere machen zu müssen. Damit fahren sie von der Autobahn auf die Landstraße ab. Zweifellos erschwert diese ungewünschte Lage den Lebensweg der jungen Menschen.

Natürlich sind sie nicht nur schuldig. Wer für das gesellschaftliche und politische System eine Rolle spielt, ist auch ein bisschen schuldig: Eltern, Lehrer, Politiker, Wissenschaftler und jeder Mensch in der Gesellschaft. Meiner Meinung nach sind diese Kinder von vornherein dazu verurteilt, die Randgruppe der gesellschaftlichen Systeme zu werden.

Kanat - 07.12.2012

* Zusammenfassung des Textes „Gefangene auf neun Quadratmetern“ vom Hamburger Abendblatt am 17. November 2012. ÖK


DIE BÜHNE DER VERRÜCKTEN REISENDEN: COUCHSURFING


X aus Hamburg: „Hallo, ich möchte nächste Woche nach Spanien fliegen. Kannst du mir in Barcelona ein Sofa oder einen Schlafplatz anbieten?“
Y aus Barcelona : „Ja gerne. Es gibt in meinem Haus einen kleinen, aber süßen Platz zum Übernachten.“

Das freundliche Gespräch fand nicht auf der Bühne eines Theaters statt, sondern auf einer Webseite. Deshalb muss ich Nein-Sagern, Klugscheißern und Couchpotatoes zuerst eine schlechte Nachricht überbringen: Auf dieser Bühne gibt es leider keinen Platz für euch!

Du bist neugierig auf andere Länder, Menschen, Kulturen und stark an einem interkulturellen Austausch interessiert. Deshalb willst du in eine andere Stadt deines Heimatlandes oder ins Ausland, aber du lernst dort niemanden kennen, hast nicht ausreichend Geld für die Unterkunft in einem Hotel und weißt nicht, wo man gutes Essen und Sehenswertes findet. Bitte mach dir keine Sorgen, Lehrling der Verrücktheit! Der Kapitalismus hat noch nicht überall gesiegt, und du bist in dieser Welt nicht allein! Um dir zu helfen, gibt es überall Mitglieder der verrückten Reisenden. Natürlich musst du erst einmal im Internet ein virtuelles Surfing machen, um mit jemandem Kontakt zu knüpfen: www.couchsurfing.org

CouchSurfing, ein kostenloses und internetbasiertes Gastfreundschafts-netzwerk, hat ein gastfreundliches Motto: „Participate in Creating a Better World, One Couch At A Time”. Die von Casey Fenton und seinen drei Kollegen 1999 registrierte Webseite nutzen die Mitglieder, um eine kostenlose Unterkunft auf Reisen zu finden, selbst eine Unterkunft oder auch anderes anzubieten, wie beispielsweise einem Reisenden die Stadt zu zeigen. Trotz eines schwerwiegenden Datenbankfehlers am 28. Juni 2006 hat CouchSurfing zurzeit über 3 Millionen Mitglieder, die in 81.500 Städten und 246 Ländern und Gebieten leben. Es ist die größte Vereinigung ihrer Art.

Den Kern dieses netten Angebotes bildet nicht nur der Austausch von Gastfreundschaft. Ein Gastgeber, der als Mitglied von Couchsurfing nach Belieben einen Schlafplatz anbietet, kann seinem Gast dabei helfen, in das soziale Leben des Ortes einzutauchen. Damit lebt ein verrückter Reisender wenige Schwierigkeiten und er besucht die guten Restaurants, Diskos, Bars, Partys, Museen usw. Auch können Gastgeber und Gast eine nationale bzw. internationale Kommunikation führen und kulturelle Werte austauschen. Das heißt, dass das Konzept von CouchSurfing in der Praxis die kulturellen und interkulturellen Aktionen unterstützt und ganz aktiv gegen die Diskriminierung und Kategorisierung von Menschen aus verschiedenen Ländern arbeitet.

Seit über 10 Jahren sprechen viele internationale Medien positiv vom CouchSurfing. Laut „Time“ ist das CouchSurfing nicht nur eine Unterkunftsalternative sondern eine völlig neue Art des Reisens. „The Guardian“ beschreibt Couchsurfing als eine ausgezeichnete Möglichkeit, um eine lokale Kultur kennen zu lernen. Für die verrückten Reisenden fasst Semih Diken in einem Interview der türkischen Zeitung „Hürriyet“ gut zusammen: Seine Frau und er haben durch CouchSurfing mit Menschen aus über 10 Ländern Kontakt geknüpft. Sie müssen nun kein günstiges Hotel mehr suchen.    

Liebe Leser/innen, die diesen Artikel lesen!
Ich möchte euch eine Frage stellen: Wohnt ihr immer noch in einem warmen Zimmer im Hotel Mama oder im eigenen Nest, und alles ist für euch langweilig und eingefahren? Wenn ja, braucht ihr einen neuen Anfang, um euch aus dem physiologischen Labyrinth des modernen Lebens in der kapitalistischen Welt zu retten. Macht euch hoffnungsvoll auf, denn viele gastfreundliche Menschen aus verschiedenen Ländern warten auf euch!

Kanat – 28.05.2012